Mit einem Grundeinkommen zu radikaler Steuervereinfachung, Bürokratieabbau sowie würdigem Leben und Arbeiten

- Matthias Cord von A.T. Kearney übergibt den VISION AWARD an Prof. Götz W. Werner und Prof. Eduardo Suplicy
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DAS KONZEPT
Mit der schrittweisen Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens, so wie es der dm-Chef Götz W. Werner vorschlägt, sollen nahezu alle sonstigen sozialen Transfers abgelöst werden. Dieses Grundeinkommen soll so hoch sein, dass jeder Mensch davon existieren kann, einschließlich eines schmalen Budgets für kulturelle Teilhabe.
Die Finanzierung soll nach diesem Vorschlag durch eine umfassende Steuerreform erfolgen, die alle sonstigen Steuern ablöst durch eine reine Konsumsteuer in der Form einer Mehrwertsteuer.
Werner schlägt eine, volkswirtschaftlich gesehen, kostenneutrale Lösung vor: Die Gesamttransfers an die Bürger sollen weder höher noch niedriger sein als bisher, jedoch wesentlich kostengünstiger transferiert werden, indem ein sehr kostenintensiver und für die Betroffenen oft entwürdigender bürokratischer Apparat überflüssig wird.
In anderen Ländern müsste ein solcher Ansatz an die dortigen Bedingungen angepasst werden. So existiert in Brasilien bereits ein bedingtes Grundeinkommen für die Ärmsten, dessen Ausbezahlung an den Besuch der Kinder in der Schule geknüpft ist.
DER EFFEKT
Da sich unsere zivilisierte Gesellschaft dazu entschieden hat, niemanden verhungern zu lassen, existiert längst ein faktisches Grundeinkommen für jeden Bürger, das durch die fortschreitenden technischen Fortschritte mit jedem Jahr problemlos wachsen kann. Gerade deshalb muss die Frage gestellt werden, wie unsere Gesellschaft diesen ohnehin vorhandenen Transfer am intelligentesten organisiert.
Evident ist an dem Vorschlag eines bedingungslosen Grundeinkommens zunächst die immense Einsparung an Bürokratiekosten, die volkswirtschaftlich wesentlich sinnvoller ausgegeben werden können.
Ein Grundeinkommen würde es jedoch jedem Bürger sehr viel leichter und lukrativer machen, sich entweder eine eigene Existenz aufzubauen (da eine Grundsicherung bereits gewährleistet ist) oder mit Freude zu arbeiten, da durch die reine Konsumsteuer der Faktor Arbeit keinerlei Belastung mehr erfährt, der Verdienst also netto übrigbleibt. Durch ein Grundeinkommen würden auch soziale Dienste und gemeinnützige Arbeit wieder attraktiver, weil bezahlbarer. Eine sozial und kulturell reichere Gesellschaft wäre zu erwarten.
In Ländern wie Brasilien führt ein bedingtes Grundeinkommen sehr effektiv zu einer Beseitigung der bittersten Armut.
DAS ZIEL
Weltweite Einführung eines Grundeinkommen.
ZWISCHENERGEBNISSE
Die Idee eines Grundeinkommens wird in Deutschland und Österreich inzwischen breit diskutiert und auch in den politischen Parteien ernsthaft erwogen.
In Brasilien ist ein bedingtes Grundeinkommen bereits für 44 Millionen Menschen mit großem Erfolg eingeführt.
DIE PREISTRÄGER
Prof. Götz W. Werner, Stiftungsprofessor des Interfakultativen Instituts für Entrepreneurship der Universität Karlsruhe und Gründer und Leiter der Drogeriemarktkette dm
Prof. Dr. Eduardo Suplicy, Professor der Wirtschaftswissenschaften und Politik in Sao Paulo und Senator der Regierung Lula da Silva
KONTAKT
Interfakultatives Institut für Entrepreneurship, TU Karlsruhe, Engesserstr. 13, 76131 Karlsruhe, www.unternimm-die-zukunft.de
Literaturempfehlung
Götz W. Werner: Einkommen für alle. Verlag Kiepenheuer & Witsch. ? 16,90
Kontakt Deutschland
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