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Nobelpreisträger Yunus besucht Charité: Nachhaltige Gesundheitsversorgung für ärmere Staaten angestrebt
Offizielle Pressemitteilung der Charité zu einem mit dem GENISIS Institut initiierten Treffen von Führungskräften der Gesundheitsindustrie mit Prof. Yunus:
Anlässlich des ersten World Health Summit Roundtable war Prof. Muhammad Yunus, der Friedensnobelpreisträger des Jahres 2006, zu Gast an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Er stellte dem Charité-Vorstand und Vertretern der Pharmazeutischen Industrie sein innovatives Konzept vor, in dessen Rahmen sozialunternehmerisch orientierte Joint Ventures unter Beteiligung weltweit führenÂder Firmen und Medizinischer Fakultäten der Bevölkerung ärmerer Staaten den Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen ermöglichen sollen.
„Der World Health Summit und die Charité sind stolz, dass Prof. Yunus hier seine Ideen präsentieren wird“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Charité, Prof. Karl Max Einhäupl, zur Begrüßung. „Das Ziel, ohne staatliche Zuschüsse ein finanzierbares Gesundheitssystem für fast vier Milliarden Menschen unterhalb einer Einkommensgrenze von 3000 Dollar pro Jahr aufzubauen, ist aller Anstrengung wert und liegt ganz auf einer Linie mit dem Ziel des World Health Summit, Gesundheit als allgemeines Menschenrecht umzusetzen.“
Als Gründer und Leiter der Grameen Bank hat Prof. Yunus in den letzten Jahrzehnten Millionen Familien durch Mikrokredite zu einem Lebensunterhalt verholfen. Er beobachtete, dass gesundheitliche Krisen häufig die wirtschaftlichen Fortschritte seiner Kunden wieder zunichte machten. Als Reaktion gründete er 1993 das Sozialunternehmen „Grameen Healthcare Services“. Die Firma arbeitet gewinnorientiert, investiert aber sämtliche Erlöse wieder in den Aufbau des Gesundheitssystems. Sie betreibt derzeit 51 Kliniken in ganz Bangladesh, von denen jede etwa 50 000 Menschen versorgt. Gegen einen VersicherungsÂbeÂitrag von zwei Dollar pro Jahr und Familie erhalten sie eine stark verbilligte GesundheitsÂversorgung. „Die Erfahrung in Bangladesh zeigt, dass eine gesundheitliche Infrastruktur, die den Kreislauf der Armut auf Dauer durchbricht, nur mit Lösungen möglich ist, die auch ökonomisch rentabel sind“, betonte Prof. Yunus. „Wir glauben, dass unser Wissen über Mikrokredite uns auch beim Aufbau eines nachhaltigen Gesundheitssystems nützen kann.“
Hierfür möchte der Friedensnobelpreisträger möglichst viele Partnerschaften mit westlichen Unternehmen und Universitäten eingehen. Ziel des World Health Summit Roundtable war, sich direkt mit ihm über mögliche Kooperationen auszutauschen. Weltweit operiende Pharmaunternehmen und Gesundheitsdienstleister wie Sanofi-Aventis, Glaxo SmithKline, Siemens Healthcare, Pfizer und Johnson & Johnson entsandten führende Vertreter zu dem Treffen, das Cornelia Yzer vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller moderierte. Die beiden letzteren Firmen sind bereits Partnerschaften mit Grameen eingegangen: Johnson & Johnson hilft bei der Ausbildung von Krankenschwestern, Pfizer hat mehrere Spezialisten zur Beratung von Grameen frei gestellt. Das Treffen wurde vom Team des World Health Summit in Zusammenarbeit mit dem Berliner Genisis-Institut organisiert, um konkrete Lösungsansätze für die auf dem World Health Summit aufgeworfenen Kernthemen zu diskutieren. Die Kooperation mit Universitätskliniken soll die Ausbildung von Ärzten, Therapeuten und Pflegepersonal sicherstellen. Prof. Yunus lud alle Teilnehmer nach Bangladesh ein: „Jeder von Ihnen wird einen Weg finden, seine Expertise einzubringen. Sie werden Erfolg haben und wir werden diese Erfolgsmodelle von Ihnen übernehmen.“






