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Medienberichte

Von Focus bis Brandeins, von Glocalist über ChangeX bis Forum Nachhaltiges Wirtschaften erschienen sehr ausführliche Berichte über den Vision Summit bzw. über Sozialunternehmer, die dort im Mittelpunkt standen. Und zahlreiche weitere Medien haben sich entschieden, in ihren nächsten Ausgaben Titelstories zu Social Business zu veröffentlichen. Wir werden weiter dazu berichten. Hier exemplarisch ein Beitrag im Glocalist:


Friedensnobelpreisträger Yunus eröffnet den Vision Summit in Berlin
Gipfeltreffen des Social Business in Berlin mit Yunus

Berlin (3.11.08): Es war eine Konferenz der Superlative, die da an der FU-Berlin vom 1.11. bis 2.11, stattfand. Mehr als 1.000 TeilnehmerInnen aus der Welt des Social Business fanden sich ein und Berlin sah einige Weltpremieren. Berlin hat sich so neuerlich als europäische Hauptstadt der Weltverbesserung positioniert. Prominente Fürsprecher und TeilnehmerInnen waren u.a. Hans-Dietrich Genscher, Heiner Geissler und Franz Alt. "Die kriminelle Illusion des Kapitalsimus ist geplatzt", so Heiner Geissler. In Vorbereitung: Die Erklärung von Berlin. Medienpartner wie gewohnt Glocalist Medien.
 
Friedensnobelpreisträger Yunus erklärt Berlin beim ?Vision Summit? zum Weltzentrum für Social Business und es wurde das erste "Grameen Creative Lab" der Welt in Berlin gelaucht, welches heute mit seiner Arbeit beginnt: Die Vision ist die Beseitigung der Armut auf dieser Welt und Wohlstand für Alle; global. Leiter des Grameen Lab ist Hans Reitz.
 
Mit dieser Konferenz wurde aber auch die zweite globale Premiere präsentiert: Das Genisis-Institut rund um Peter Spiegel und Michel Anoui als Think-and-Do Tank im Dienste des Social Business.
 
Berlin ist damit Standort von gleich zwei Pioniereinrichtungen eines neuen Wirtschaftsparadigmas, das Ökonomie in den unmittelbaren Dienst für soziale Entwicklung stellt. Aber es folgt bald die dritte wie auf der Konferenz angekündigt: Die Eröffnung der ersten Grammen bank in Europa, in Berlin. Dies soll in den nächsten kommenden Monaten stattfinden.
 
Eine Grußnote schickte daher auch der Regierende Oberbürgermeister von Berlin Klaus Wowereit, der den Social Business Ansatz begrüßte wie die Konferenz. gerne hätte man auch seine Anwesenheit gesehen.
 
Was ist Social Business
 
?Social Businesses werden allein zum Zweck der Lösung von sozialen und ökologischen Problemen gegründet, nicht zur Gewinnmaximierung?, beschreibt Yunus sein Programm, für das er immer mehr Gründer und selbst große internationale Konzerne begeistert. ?Berlin ist genau der richtige Ausgangspunkt für das Grameen Creative Lab. Nach dem Modell der Kooperation mit der FU Berlin werden später ähnliche Kooperationen mit anderen Universitäten in anderen Ländern folgen.?, sp Günther Faltin (Teekampagne und Professor an der FU-Berlin) und Peter Spiegel.
 
Yunus verortet in der neuen Unternehmensgeneration von Sozialunternehmen die Chance zu einem neuartigen sozialen und ökologischen Weltwirtschaftswunder. Die erste Generation von Sozialunternehmen waren Kleinkreditinstitute wie seine Grameen Bank, die inzwischen an 130 Millionen besonders arme Menschen weltweit kleine Existenzgründungskredite vergeben haben. Die zweite Gründerwelle von Sozialunternehmen sucht letztlich auf alle sozialen und ökologischen Fragen ökonomisch funktionierende Antworten. Als weitere Beispiele führte Yunus an, die Abschaffung der Nachtblindheit in Bangladesch oder die Einführung des Grameen Phone, welches heute rund 50% Marktanteil in Bangladesch haltet: Mobiltelefonie für Arme.
 
Leistungsshow des guten Unternehmertums
 
Beim Vision Summit waren mehr als 50 erfolgreiche Sozialunternehmer aus aller Welt dabei, die ihre Erfahrungen an die restlichen Teilnehmer aus Stiftungen, Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen weitergaben. Interessant wie relevant, dass sich Repräsentanten aus den Vorstandsetagen von Danone über BASF bis hin dm oder Solar-Fabrik oder Hess-Natur vertreten waren, um nur einige pars pro toto anzuführen. Social Business traf so die "normale" Wirtschaft, bei welcher man ein massives Umdenken verorten kann.
 
?Damit soll sich nun das multiplizieren, was bereits die Vorbereitungen zum Vision Summit ausgelöst haben?, meint Peter Spiegel, Leiter des Genisis Instituts: eine Gründungswelle von Sozialunternehmen in Deutschland und Europa. Als Pionierbeispiele führt er den bereits im Juli öffentlich zugelassenen Good Growth Fund an, der Sozialunternehmen fördert, die Social Business Management GmbH, die anderen aussichtsreichen Sozialunternehmen als Inkubator auf die Beine helfen soll, oder das Projekt ?Grameen Berlin?. Dort arbeiten deutsche Mikrofinanzexperten an der Übertragung der Erfahrungen der Grameen Bank auf deutsche Verhältnisse. Yunus selbst erklärte sich bereit, hierfür als Coach zu wirken.
 
Das Konzept des Grameen Creative Lab wurde von Hans Reitz entwickelt, der beim Genisis Institut die Internationale Kommission für Social Business leiten wird und der inzwischen Kreativberater von Muhammad Yunus ist. Das Grameen Creative Lab, das Yunus jetzt mit der FU Berlin etablierte, will vor allem große und mittelständische Unternehmen für die neue Social Business Denkweise gewinnen. Von Seiten der FU wird dieses Projekt von Günter Faltin betreut.
 
Geissler
 
Ein fulminantes Referat hier der vormalige CDU-Generalsekretär Heiner Giessler; in gewohnter Schärfe und Eloquenz rechnet er mit dem Kapitalismus ab: Die Parole müsse lauten, Wohlstand für Alle. Der Kapitalismus sei eine Ideologie: Er habe eine klare Vorstellung - der Mensch habe dem Kapitalismus zu dienen und beherrscht den Menschen. In Wirklichkeit müsse es genau umgekehrt sein, so Geissler. Wirtschaft sei nur Teil des Ganzen, aber eben nicht das Ganze. " Die kriminelle Illusion "Jeder habe für sich selbst alleine zu sorgen" ist vor den Augen der gesamten Welt geplatzt. Wir sind hündisch gekrochen vor der macht des Geldes. "Jeder sorge für sich selber alleine" ist die menschenfeindliche Haltung des Kapitalismus. Die Begründung der Pflicht zu helfen, gründet sich in der Unantastbarkeit der Würde des Menschen". Geissler erhielt für seine Rede standing ovahtions.
 
Vision Awards, Preise und Bücher
 
Zum Vision Summit gab das Genisis Institut einen ?Social Business Guide? heraus, der die Philosophie sowie erfolgreiche Beispiele von Social Business aus aller Welt vorstellt. Yunus eröffnete dort ferner eine Ausstellung ?Die Kraft der Würde? des Fotokünstlers Roger Richter über die Grameen-Sozialunternehmen.
 
Der Empfänger des im letzten Jahr erstmals vergebenen Vision Award, Muhammad Yunus, überreichte den diesjährigen Vision Award an die drei Sozialunternehmer Celso Grecco, Gründer der ersten Sozialbörse der Welt in Brasilien, Marcia Odell, Leiterin des überaus erfolgreichen WORTH-Programms zur Ausbildung von besonders armen Frauen in Afrika zu selbständigen Unternehmerinnen, sowie an Rodrigo Baggio, der Slumkinder in Brasilien durch die Ausbildung im Umgang mit IT aus der Armutsfalle holte. Den Vision Award für herausragend ?soziales Unternehmertum? übergab Hans-Dietrich Genscher an Dieter Reitmeyer, den Gründer der redi-Group in Langenfeld bei Düsseldorf, der Langzeitarbeitslose wieder bis zur Weltspitze im Ingenieurswesen requalifizierte (sh. dazu Detailbericht auf Glocalist Daily News >> www.glocalist.com/index.php ).
 
Ausblick und die Erklärung von Berlin
 
Ja, ein Wandel ist möglich und der Vision Summit wie sein Umfeld und das der Ansatz des Social Business nach dem Konzept von Yunus stellt ohne Zweifel einer der Kraftzentren für den Wandel der Welt hin zu Nachhaltigkeit und Demokratie dar. Es wird nun darum gehen in den nächsten Schritten die verschiedenen Kreise zusammenzuführen, wie beispielsweise die Unternehmen der Ökobranche, die kaum anwesend waren, die Bewegung für ein Grundeinkommen, die Bewegung Solidarische Ökonomie, die zahlreichen Netzwerke für Nachhaltigkeit von fairdo über tt30 bis hin faktorN, ebenso die institutionellen Organisationen in Richtung Nachhaltigkeit wie der Rat für nachhaltige Entwicklung oder die NGOs im allgemeinen und besonders die Gewerkschaften, die dieses Thema im Moment völlig zu verschlafen drohen, denn wer wenn nicht die Gewerkschaften sollten sich in die Bewegung für die Aussöhnung von Wirtschaft und Soziales einbringen sollen. Aber auch mit der Wissenschaft, wie sie sich beispielsweise ein Stell-Dich-Ein gab an der Humboldt Universität mit der 3.CSR Konferenz oder das "Deutsche Netzwerk für Wirtschaftsethik", sollte Vernetzung stattfinden.
 
Das übergeordnete Thema lautet daher Nachhaltigkeit und Menschenrechte und die Vernetzung wird nur gelingen, wenn man über die Schatten der Stallgerüche und Eitelkeiten wie Supremats- wie Führungsansprüche springen kann - die Ziels sind ja weitgehend ident, jetzt geht es darum die Bewegung für Nachhaltigkeit zu einem gemeinsamen im Sinne der Einheit in der Vielfalt zu formen.
 
Die Medien werden sich ebenfalls neu aufstellen müssen, wenn nicht, werden sie wohl der Geschichte angehören - hier sind die Medien aus dem Bereich bestens aufgestellt und es wird Aufgabe sein, hier berichtende wie neutrale Plattform für diese neuen sozialen und wirtschaftlichen Bewegungen darzustellen, um die zahlreichen sozialen und wirtschaftlichen Gemeinschaften (Communities) zusammenzuführen und einander sichtbar zu machen. Dafür stehen u.a. die Glocalist Medien.
 
Als gemeinsame Basis soll in den nächsten Tagen die Erklärung von Berlin dazu verabschiedet werden wie Peter Spiegel gegenüber den Glocalist Medien sagte. Man darf gespannt sein - Now is the time!