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Grameen Danone – VISION AWARD '09 für das erste Global Social Joint Venture

Ein Handschlag und der Deal war perfekt: Das erste Treffen des Friedensnobelpreisträgers und Gründers der Grameen Bank Muhammad Yunus mit Danone-Chef Franck Riboud im Frühjahr 2006 endete in der Gründung des ersten Global Social Joint Ventures "Grameen Danone Foods". Das innovative Sozialunternehmen produziert für die Armen in Bangladesch einen speziellen Joghurt mit lebensnotwendigen Nährstoffen zu minimalem Preis. So wird die Unterernährung der Bevölkerung bekämpft. Durch die lokale Organisation von Produktion und Betrieb entstehen neue Arbeitsplätze. Der Danone-Konzern, der den Großteil der finanziellen Anfangsinvestition trägt, verzichtet zu 100% auf Gewinn. Für das innovative, sozial und finanziell nachhaltige Unternehmenskonzept wird die Grameen-Danone-Community dieses Jahr mit dem VISION AWARD geehrt.

Das innovative Produkt gegen Mangelernährung
Danone produziert den mit Vitamin A, Zink und Jod angereicherten Joghurt „Schokti Doi“. Er ist insbesondere auf die Bedürfnisse von Kindern in Bangladesh zugeschnitten, die häufig mangelernährt sind. Ein Becher mit 80 Gramm Joghurt deckt den Tagesbedarf eines Kindes an Vitamin A, Zink und Jod zu 30 Prozent. Verkauft wird das Produkt für 6 Cent pro Becher, was dem lokalen Konsumniveau entspricht.

Lokale Produktion und Vertrieb für eine wirksame Armutsbekämpfung
Bisher steht eine Fabrik in Bogra, die pro Tag rund 10 000 Becher Joghurt herstellt und 50 Menschen Arbeit gibt. Der Joghurt wird mit Milch von Bauern aus der Umgebung hergestellt. Die Milch wird zu einem festen Preis abgenommen und ein kostenloser Veterinärservice sichert die Gesundheit der Tiere und damit die Milchqualität. Für die Zukunft sind weitere Produktionsstätten in Planung, bis 2016 sollen 50 Fabriken über ganz Bangladesh verteilt stehen. Der Joghurt soll dann ebenfalls in lokalen Fabriken für die entsprechende Region produziert werden, um teure und energieaufwendige Kühltransporte über Land zu sparen.

Vertrieben wird das Produkt von einheimischen Frauen, den „Grameen-Ladies“, die mit einer Kühltasche von Haustür zu Haustür gehen. Pro verkauftem Becher verdienen die Grameen-Ladies einen kleinen Betrag und erwirtschaften so ihren Lebensunterhalt.

Das nachhaltige Finanzierungskonzept
Um den Menschen vor Ort zu ermöglichen, Milch für die Fabrik zu produzieren oder als Grameen-Lady tätig zu sein, vergibt die Grameen Bank Mikrokredite von durchschnittlich 30 bis 40 Euro. Die Bauern können damit eine Milchkuh oder Futter kaufen und Kühlschränke für die Lagerung der Milch bis zur Abholung in die Fabrik finanzieren. Die Grameen-Ladies haben mit dem Kredit eine Anschubfinanzierung und können damit zum Beispiel die ersten Kühltaschen füllen.
Die Investitionssumme für den Bau weiterer Fabriken wird über den Investmentfonds der „Danone Communities“ gesammelt. Hier können sich Menschen weltweit über eine Einlage an dem Projekt beteiligen.
Da Grameen Danone Foods als Sozialunternehmen konzipiert ist, steht nicht der Gewinn, sondern das soziale Engagement für die Armutsbekämpfung in der Dritten Welt im Vordergrund. Erwirtschaftete Renditen werden ins Unternehmen reinvestiert, „erlaubt“ ist lediglich eine Dividende von maximal 1 Prozent