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Friedrich Kiesinger – VISION AWARD '09 für den Gründer des Sozialunternehmens Pegasus

Mit dem 1999 gegründeten Sozialunternehmen Pegasus kämpft der Psychologe Friedrich Kiesinger gemeinsam mit seiner Frau Andrea für die berufliche Wiedereingliederung sozial benachteilgter Personen, insbesondere psychisch Kranker, körperlich und/oder sinnesbehinderter Menschen, sowie von Randgruppen wie z.B. Migranten. Pegasus hat über 100 feste Arbeitsplätze geschaffen für Menschen, die sonst kaum Chancen hatten, auf dem normalen Arbeitsmarkt Arbeit zu finden. Pegasus hat so den Social Business Gedanken auf beispielgebende Weise umgesetzt. Zehn Jahre nach Gründung von Pegasus wird der Unternehmensgründer Friedrich Kiesinger mit dem VISION AWARD '09 ausgezeichnet.

Die Vorgeschichte
Bereits in seinen Studienjahren gründete Friedrich Kiesinger den Verein Albatross. Dieser konzentrierte sich zunächst auf die Betreuung von Suizidgefährdeten, später auch auf die Betreuung vieler anders psychisch gehandicapter Menschen. Ziel war unter anderem, diese Menschen so zu unterstützen, dass sie in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden können. Dieser letzte Schritt scheitert in der Praxis allerdings viel zu oft, jedoch nicht an der Entwicklung der Menschen. Er scheitert an der Aufnahmebereitschaft der Wirtschaft: Der Arbeitsmarkt will partout keine psychisch Gehandicapten aufnehmen, auch nicht, wenn sie ihr Handicap vollständig überwunden haben. Wer einmal psychisch krank war, ist immer ein Risiko, so scheint die Logik bei fast allen Unternehmen zu sein.

Entstehung und Entwicklung des Sozialunternehmens “Pegasus”
Friedrich Kiesinger und seine Frau Andrea wollten sich mit dieser sozialen Mauer, gegen die ihre Klienten zumeist liefen, nicht zufrieden geben. Ihre Lösung war die Gründung eines eigenen Unternehmens, das sie Pegasus nannten und das ihren Klienten Arbeitsplätze bot. Pegasus nahm keine zusätzlichen staatlichen Zuschüsse in Anspruch, sondern wollte und konnte sich zu den gleichen Bedingungen wie andere gewerbliche Firmen am regulären Markt behaupten. Das neue Sozialunternehmen Pegasus, das ein gesellschaftlich ungelöstes Problem auf unternehmerische Weise löste, ist inzwischen als Restaurantbetreiber und Caterer, als Gebäudereiniger, im Gartenbau und mehreren weiteren Branchen erfolgreich. In jedem der Unterbetriebe arbeiten aktuell und ehemals Gehandicapte mit Menschen vom „normalen“ Arbeitsmarkt zusammen – sowohl sozial als auch wirtschaftlich erfolgreich. Inzwischen bietet Pegasus über hundert Mitarbeitern ein stabiles Einkommen.

Nachhaltiger Erfolg über den finanziellen Aspekt hinaus
Arbeit ist laut Kiesinger ein entscheidendes Element jeden Heilungs- beziehungsweise Rehabilitierungsprozesses. Damit ist nicht nur der soziale Status eines Arbeitsplatzinhabers gemeint, sondern auch und vor allem die Sinnhaftigkeit, die im Arbeiten liegt. Die Schaffung von sinnstiftenden Arbeitsplätzen im normalen Markt, also jenseits von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und Ein-Euro-Jobs, ist somit ein höchst sinnvolles Feld für die Entstehung vieler Sozialunternehmen nach dem Vorbild von Pegasus.