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Mit "Kyoto PLUS" zu einer wirksamen und marktgerechten Klimawende

- Kirsten Hirschmann, Vorsitzende der Wirtschaftsjunioren Deutschland, übergibt VISION AWARD an Prof. Lutz Wicke
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DAS KONZEPT
Das Konzept von „Kyoto PLUS" will die konzeptionellen Schwächen des bisherigen Kyoto-Protokolls überwinden, die sich immer mehr als die Hauptgründe erweisen, weshalb alle bisherige Klimapolitik im Ergebnis zu keiner Reduzierung der CO2- Ausstöße führte, sondern sogar zu einer weiteren erheblichen Erhöhung. Konkret schlägt „Kyoto PLUS" vor:
Erstens die verbindliche Begrenzung des maximalen CO2-Ausstoßes auf ein Ausmaß, mit dem die Klimaerwärmung nicht über die Grenze von 2 Grad Celsius hinausgeht, denn mit mehr würden die Klimaschäden exponen-tiell steigen.
Zweitens die Beachtung von Klimagerechtigkeit von „One human - one emission right": Jeder Mensch auf der Erde erhält gleiche Nutzungsrechte an der Atmosphäre.
Drittens: Ein globales Emissionshandelssystem sorgt dafür, dass klimafreundliches Verhalten und Produzieren sich lohnen.
Viertens: Erneuerbare Energien und CO2-freie Kraftwerke erleben durch die vorherigen Punkte einen weltweiten Durchbruch und Energieeffizienz wird zur Regel.
Fünftens: Die Einnahmen aus den Klimazertifikaten (für die Startphase vorgeschlagen ein „Nord-Süd-Transfer" in Höhe von ca. 25 Mrd. US-Dollar jährlich) finanzieren einen ökosozialen Marshallplan für die klimafreundliche wirtschaftliche Entwicklung und die Überwindung der Armut im Süden.
DER EFFEKT
Das vorgeschlagene globale Emissionshandelssystem mit starken Marktanreizen zur Klimawende und eingebautem ökosozialem Marshallplan für eine zugleich soziale und ökologische Wende im Süden würde auf die Einigungsfähigkeit der Nationen für eine effektive globale Klimapolitik folgende entscheidende Effekte haben:
Die Schwellen- und Entwicklungsländer könnten einem solchen Abkommen zustimmen, weil sie in ihrer aufholenden Entwicklung nicht behindert werden, aber trotzdem eine schnellstmögliche Ökoeffizienzwende in ihrer Wirtschaft gezielt und stark gefördert wird.
Die bisherigen Blockadeländer wie die USA und Australien könnten leichter zustimmen, da alle Firmen der Welt gleiche Wettbewerbsbedingungen erhalten würden und kosteneffizienter eine Klimapolitik nicht erreichbar sein wird.
DAS ZIEL
„Kyoto PLUS" will einen realistischen Ausweg aus der gegenwärtigen Klimapolitikfalle aufzeigen, der für alle ein Win-Win-Spiel wird.
ZWISCHENERGEBNISSE
Das Buch „Kyoto PLUS" fand ein ausgesprochen positives Medienecho. Die Kerngedanken eines offensiven Nachdenkens über einen Nach-Kyoto-Prozess und eine ernsthaft gerechte globale Klimapolitik fanden seither weitaus mehr Beachtung in der weltweiten Diskussion.
Der Deutsche Bundestag verabschiedete im November 2006 eine Entschließung, die zu 90 Prozent die Gedanken von „Kyoto PLUS" aufgriff und von der Bundesregierung forderten.
DER PREISTRÄGER
Prof. Dr. Lutz Wicke, Leiter des Instituts für Umweltmanagement an der Europäischen Wirtschaftshochschule ESCP-EAP, Berlin, ehem. Umweltstaatssekretär und Wissenschaftlicher Direktor des Umweltbundesamtes
KONTAKT
Institut für Umweltmanagement an der Europäischen Wirtschaftshochschule ESCP-EAP, Heubnerweg 6, 14059 Berlin
Literaturempfehlung
Lutz Wicke / Peter Spiegel / Inga Wicke-Thüs: Kyoto PLUS - So gelingt die Klimawende. Verlag C.H. Beck. € 19,90




