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Vision News: Nachhaltige Ernährung
Ernährungswirtschaft würde von gerechter Globalisierungsgestaltung sehr profitieren
Schlüssel zum allseitigen Vorteil ist eine „Ökonomie der kurzen Wege“
Studie zu nachhaltiger Ernährungssicherung
Die Schweisfurth Stiftung arbeitet derzeit in Kooperation mit dem Ökosozialen Forum Europa und dem...
Für nachhaltige Ernährungssicherheit weltweit

- Angela Lawaldt von Ashoka übergibt den VISION AWARD an Prof. Franz-Theo Gottwald
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DAS KONZEPT
Der Leiter der Schweisfurth-Stiftung, Franz-Theo Gottwald, schlägt als Ausweg aus der Sackgasse, in die sich der landwirtschaftliche Sektor durch unkluge Subventionspolitik im globalen Wettbewerb manövriert hat, eine Ökologie der kurzen Wege vor mit multifunktionaler Land- und Lebensmittelwirtschaft und neuer transmaterialer Technologie.
Das Prinzip der Ökologie der kurzen Wege besagt, dass zur nachhaltigen Ernährungssicherung die Mehrzahl der Lebensmittel aus der eigenen Region stammen. Sie werden in dieser Region angebaut, verarbeitet und verkauft. Die Ökologie der kurzen Wege ist ein Leitbild für Ernährungssouveränität, das gleichzeitig natürlichen Kreisläufen gerecht wird.
Gehandelt dürfen nach diesem Konzept zwischen den Weltregionen nur noch solche Lebensmittel, die unter vergleichbaren sozialen und ökologischen Bedingungen erzeugt worden sind. Subventionen für Lebensmittelexporte entfallen. Die Preise der Lebensmittel in den entwickelten Ländern beziehen alle Kosten ein, so dass Ernährungsgerechtigkeit sichergestellt ist und Transportemissionen minimiert werden.
DER EFFEKT
Eine derart neugeordnete Land- und Ernährungswirtschaft, die im Effekt eine ökoeffiziente Agrar- und Ernährungswirtschaft ist, stärkt die weltweit zwei Milliarden Kleinbauern. Sie stärkt aber gleichzeitig auch die mittelständische Landwirtschaft und das Lebensmittellandwerk in den entwickelten Ländern.
Durch multifunktionales Wirtschaften auf und mit dem Lande (Energieerzeugung, Naherholungsangebote, Kulturlandschaftspflege, entsorgungswirtschaftliche Möglichkeiten usw.) wird die Wettbewerbsfähigkeit innerhalb und zwischen den Regionen sichergestellt.
Eine regionale Netzwerkökonomie schafft ferner neue Arbeitsplätze, trägt zum Erhalt von Berufsfeldern und Ausbildungsplätzen bei und stärkt die Regionalentwicklung.
Die Verantwortung für die Sicherheit von Lebensmitteln und auch für eine hinreichend große Produktion für alle Menschen sowie für eine gerechte Verteilung wird durch die räumliche Nähe bei einer Ökologie der kurzen Wege ebenfalls gestärkt.
Mit der Beschränkung des Lebensmittelhandels auf der Basis vergleichbarer ökosozialer Bedingungen wird schließlich die Entfaltung einer Ökologie der kurzen Wege sichergestellt. Im Effekt wird dann nur noch das gehandelt, was eine echte Ergänzung zur eigenen regionalen Speisekarte darstellt.
DAS ZIEL
Bis zum Jahr 2025 soll auf diese Weise weltweit der Hunger beseitigt und eine nachhaltige Ernährungssicherheit sowie Vertrauen in die Wertigkeit der Nahrung gewährleistet sein. Gleichzeitig soll das Grundrecht auf Nahrung weltweit einklagbar werden.
ZWISCHENERGEBNISSE
In Kürze wird eine Publikation unter dem Arbeitstitel „Nahrung für alle" erscheinen, die die heir angesprochenen Vorschläge spezifizieren wird.
DER PREISTRÄGER
Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald, Honorarprofessor für Umweltethik an der Humboldt Universität Berlin und Leiter der Schweisfurth Stiftung
KONTAKT
Schweisfurth Stiftung, Südliches Schlossron-dell 1, 80638 München, www.schweisfurth.de
Literaturempfehlung
Franz Theo Gottwald / Franz Fischler (Hg.): Nahrung für alle. Ein Report an die Global Marshall Plan Initiative. Ca. 200 Seiten. (Titel in Vorbereitung)
Kontakt Deutschland
cthomas@i-like-no-spam.schweisfurth.de



